„Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen oder seiner sexuellen Identität benachteiligt oder bevorzugt werden.“ (Artikel 10, Abs. 2 der Landesverfassung von Berlin)

Wir, der Campus Hannah Höch, verstehen uns als inklusive Gemeinschaftsschule. Das bedeutet, wir möchten gemäß dem bekannten „Index für Inklusion“ alle Barrieren in Bildung und Erziehung für alle Schüler*innen auf ein Minimum reduzieren und Teilhabe ermöglichen. Die Entwicklung hin zu einer inklusiven Schule ist ein stetiger Prozess, der nie als abgeschlossen gelten kann, da sich die handelnden Akteure fortwährend ändern und verändern.

Im Unterschied zur Integration, die davon ausgeht, dass die Gesellschaft aus einer relativ homogenen Mehrheitsgruppe und einer kleineren Außengruppe besteht, die in das bestehende System integriert werden muss, stellt die Inklusion eine Abkehr von dieser Zwei-Gruppen Theorie dar und betrachtet alle Menschen als gleichberechtigte Individuen, die von vornherein und unabhängig von persönlichen Merkmalen oder Voraussetzungen Teil des Ganzen sind.

Inklusion betrachtet die Vielfalt und Heterogenität der Gesellschaft als grundlegend und verständlich, es muss sich nicht der Einzelne dem System anpassen, sondern die gesellschafteam-queer-at-schooltlichen Rahmenbedingungen müssen so flexibel gestaltet sein, dass sie jedem Einzelnen Teilhabe ermöglich.

Es ist daher falsch, bei Inklusion nur an die Menschen mit offensichtlichen Beeinträchtigungen zu denken. Dies bedeutet für uns als Schule, dass sich nicht der Schüler/die Schülerin in ein starres System  integrieren muss, sondern es ist die Aufgabe der Schule dafür zu sorgen, dass alle Schüler*innen mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und Talenten grundsätzlich am Unterricht teilnehmen können.

Dabei wissen wir aus den Erfahrungen der letzten Jahre, dass bei einigen wenigen Schüler*innen (um 2%) in komplexen psychosozialen Problemlagen mittels besonderer temporärer Lernangebote und integrativer Zwischenschritte die Fähigkeit zur produktiven Teilhabe in inklusiven Lernarrangements individuell spezifisch geschult werden muss.

 

So versuchen wir unseren Ansprüchen an eine inklusive Bildung gerecht zu werden:

  • Wertschätzung und Respekt gegenüber allen Schüler*innen und Mitarbeiter*innen.
  • Steigerung der Teilhabe aller Schüler*innen an (und den Abbau ihres Ausschlusses von) Kultur, Unterrichtsgegenständen und Gemeinschaft ihrer Schule z.B. bei Ausflügen und Klassenreisen und der Teilnahme an den Schüler*innenvertretungen.
  • Betonung der Bedeutung von Schule dafür, Gemeinschaften aufzubauen, Werte zu entwickeln und individuell unterschiedliche Leistungen zu steigern.Anspruch, dass Inklusion in Erziehung und Bildung ein Aspekt von Inklusion in der Gesellschaft ist.
  • Weiterentwicklung der Kulturen, Strukturen und Praktiken in Schulen, so dass sie besser auf die Vielfalt der Schüler*innen ihres Umfeldes eingehen, insbesondere durch multiprofessionelle und multikulturelle Teams, der Planung und Durchführung von Festen und Projekten.
  • Abbau von Barrieren für Lernen und Teilhabe aller Schüler*innen, nicht nur solcher mit Beeinträchtigungen oder solcher, denen besonderer Förderbedarf zugesprochen wird. Dies erfolgt durch das Prinzip des jahrgangsübergreifenden Lernens (1-3, 4-6, 7-9), die ergänzende Betreuung, Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften, temporäre Lerngruppen und ETEP.
  • Anregung durch Projekte, die Barrieren für Zugang und Teilhabe bestimmter Schüler*innen überwinden und mit denen Veränderungen zum Wohl vieler Schüler*innen bewirkt werden können. Zu nennen sind hier die Begabungsförderung. und die Sprachbildung als durchgängiges Unterrichtsprinzip.
  • Sichtweise, dass Unterschiede zwischen den Menschen Chancen für das gemeinsame Lernen sind und nicht Probleme, die es zu überwinden gilt. Projekte wie „Fair Player“, „Schule der Vielfalt“, das soziale Lernen in den Lerngruppen (z.B. Morgenkreis) und Patenschaften im Lerngruppen-Zug unterstützen den Aufbau dieser Sichtweise sowohl bei den Schüler*innen als auch bei den Pädagog*innen.
  • Verbesserung von Schulen nicht nur für die Schüler*innen, sondern auch für alle anderen Beteiligten durch Fortbildungen, Teamarbeit sowie Kooperationen mit dem SIBUZ und dem Jugendamt.
  • Auf- und Ausbau nachhaltiger Beziehungen zwischen Schulen und Schulumfeld.
  • Anerkennung, dass alle Schüler*innen ein Recht auf eine chancengerechte, wohnortnahe Schulbildung haben.