Das Schulprogramm befindet sich derzeit in der Überarbeitung. Bis dahin gelten die folgenden Regelungen gemäß der Projektvereinbarung mit dem Bezirk Reinickendorf und der Senatsbildungsverwaltung zur Begründung der „1. Gemeinschaftsschule Reinickendorf“ vom Mai 2013.

I Pädagogische Grundsätze

Die Gemeinschaftsschule Reinickendorf ist eine in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen organisierte, gebundene Ganztagsschule.

Die Schule wird zunächst die Klassenstufen 1 bis 10 umfassen und direkt mit Kindertagesstätten kooperieren. Der Aufbau einer gymnasialen Oberstufe wird dabei entweder in der Gemeinschaftsschule oder in verbindlicher Kooperation mit einem Oberstufenzentrum und einer anderen Integrierten Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe angestrebt. Die inklusive Bildung wird als grundlegendes Prinzip der Gemeinschaftsschule betrachtet.

  1. Individuelles und jahrgangsübergreifendes Lernen

Jedes einzelne Kind steht im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit. Das selbstständige Lernen, das eigenverantwortliche Handeln, das Lernen von- und miteinander sind zentrale Ziele der erzieherischen Arbeit. Ein Schulklima, in dem sich jeder herausgefordert und gleichzeitig geborgen fühlt und die Individualisierung des Lernprozesses stellen dabei wesentliche Bestandteile der pädagogischen Konzeption dar. Unterrichtsstrukturen und Steuerungsinstrumente (siehe unten) verfolgen das Ziel, persönliche Spitzenleistungen erreichen zu können, stärken das Selbstvertrauen und tragen zur Weiterentwicklung der persönlichen Kompetenzen bei.

Die Schülerinnen und Schüler erlernen verantwortliches Denken und Handeln in einer globalisierten Gesellschaft und erwerben interkulturelle Kompetenzen. Der angemessene Umgang mit kulturellen Differenzen vor Ort wird geübt und soll sich auch in einem gemeinsamen Konzept der Angebote im Klassenrat, der Versammlung, der Klassenleiterzeit, im Schülerparlament sowie dem Projektunterricht wiederfinden.

Für die Klassenstufen 1 – 3 und 4 – 6 wird das Jahrgangsübergreifende Lernen (JÜL) bereits praktiziert. In den Jahrgangsstufen 7 – 10 soll an diesen Aufbau angeknüpft werden. Geplant ist die Entwicklung jahrgangsübergreifender Lerngruppen, die über die Entwicklung von Lernbausteinen und Durchführung gemeinsamer jahrgangsübergreifender Projektphasen schrittweise zur Auflösung der Jahrgangsklassen führt. Der Unterricht wird in JÜL-Teams geplant, entwickelt und gestaltet.

Während der Übergangsphase wird der im jetzigen 7. Jahrgang der Integrierten Sekundarschule begonnene Aufbau von Unterrichtsstrukturen und Steuerungsinstrumenten zum selbst organisierten Lernen fortgesetzt und weiterentwickelt:

  • Lernbüro (Deutsch, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften, Bk und DaF)
  • Projektunterricht (fachübergreifend)
  • Lernwerkstatt (Wahlpflichtunterricht)

Die Instrumente zur Steuerung des Lern- und Leistungstands sind das Logbuch, Leistungsportfolios sowie regelmäßige Ziel- und Bilanzgespräche.

Die Leistungsbeurteilung der Schülerinnen und Schüler erfolgt auf der Grundlage des Leistungsportfolios, der Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler und der Einschätzung der Lehrkräfte. Sie erfolgt in den Jahrgängen 7 und 8 als verbale Beurteilung, die die in den Gesprächen gesetzten Ziele reflektiert. Eine an Standardrastern orientierte Lernbegleitung und Leistungsrückmeldung soll im Prozess der Schulentwicklung für alle Jahrgänge erarbeitet werden.

  1. Profilbildung

Das Bildungsangebot wird fach- und projektorientiert sein, um Interessen und Begabungen zu stärken und alle Bereiche der Förderung (z.B. Hochbegabungen, Sprachförderung, LRS, Rechenstörungen) zu berücksichtigen. An verschiedenen Eingangsvoraussetzungen und Kompetenzen wird angeknüpft. Über ein System von Lernwerkstätten bilden Schülerinnen und Schüler ein individuelles Profil aus. Die Profilstunden werden daher dem Projektunterricht und den Lernwerkstätten zugeordnet. Sie ermöglichen eine flexiblere Gestaltung dieses Unterrichtsangebots und stärken somit das individuelle Lernen.

Das Profil der Gemeinschaftsschule liegt in den Bereichen der Naturwissenschaften, im Bereich des Dualen Lernens und der Künste. Spiralcurricula in den Klassenstufen 1 – 10 werden entwickelt, die die individuellen Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler fördern und zur Entfaltung bringen. Für das Profil der Naturwissenschaften werden die Kooperationen mit dem OSZ Emil Fischer, mit dem NaBu und mit anderen Firmen im Bereich der Biotechnologie und Nachhaltigkeit ausgebaut.

Für das Profil des Dualen Lernens wird mit dem OSZ Brillat Savarin und mit ortsansässigen Firmen das Projekt Schule-Wirtschaft vertieft und die Einrichtung einer Ausbildungsküche, die sich in den Kiez hinein öffnet, angestrebt. Im Rahmen des künstlerischen Profils werden Kooperationen mit dem Atrium und anderen kulturellen Institutionen mit jährlichen Events entwickelt und fest in den Jahreskalender etabliert.

In allen Bereichen der Schulentwicklung setzt die Schule auch auf das Engagement und die Beteiligung der Eltern, um Nachhaltigkeit auch über den Schulalltag hinaus zu erreichen.

Die Schülerinnen und Schüler erlernen Methoden für lebenslanges selbständiges Lernen. Sie werden darin durch regelmäßiges individuelles Lerncoaching unterstützt. Es gilt, ihre individuellen Möglichkeiten optimal zu fördern. Beziehungen zu Firmen im Schulumfeld (Praktika, Berufsvorbereitung) sowie zu Hochschulen der Stadt sollen aufgebaut werden, um eine effiziente Begabtenförderung zu realisieren.

II Fortbildung

Auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule und darüber hinaus bilden sich alle Kolleginnen und Kollegen regelmäßig fachlich und in allen die Leitziele der Gemeinschaftsschule umfassenden Bereichen unter Nutzung der Angebote der regionalen Fortbildung, des Lisums, im Rahmen von Kooperationen mit anderen Schulen und Netzwerkpartnerschaften und unter Hinzuziehung von Experten fort.

Im Mittelpunkt der Fortbildung der Pädagoginnen und Pädagogen steht die innere Haltung des Lehrers im Rollenwechsel vom Lehrenden zum Lernbegleiter unter Berücksichtigung

  • Der Qualitätsentwicklung und –sicherung von Unterricht
  • Der Erstellung von Unterrichtsmaterialen zu o.g. Lernformen
  • Dem Dreiklang aus kooperativem, informativem und freiem Arbeiten
  • Der Teamentwicklung
  • Der Einzelberatung, der kollegialen Fallberatung und in Hospitationen
  • Der Aktiven Elternarbeit,

die im Schulprogramm verankert wird.